Pränatale Körpertherapie

...  die eigene Geschichte besser verstehen  ...


Unsere wesentlichen Prägungen finden in der Zeit 
um Schwangerschaft/ Geburt und 
früher Kindheit statt. 

Diese Erfahrungen bestimmen unser Leben, 
wirken auf die Art unserer Beziehungen, 
unserer Weltanschauung, 
unseren Stand im Leben ... 

Doch ist da nicht nur Verletzung und Schmerz, 
immer ist auch ein gesunder, unzerstörbarer Anteil 
in uns, der uns wachsen und suchen läßt.

Durch diese Arbeit können auch im Schmerz und 
Trauma eingeschlossene Kräfte und Energien 
wieder befreit werden - 


 

        Epigenetik 

              Die Mechanismen, welche dazu führen, dass eine vorgeburtliche Situation 
              lebenslange Spuren hinterlässt und diese sogar auf weitere Generationen 
              „vererbt“ werden, sind mittlerweile besser verstanden. 
              Epigenetik-Studien zeigen, welche Verhaltens- und Erlebnisweisen durch unsere 
              Gene festgelegt sind und welche durch die Umwelt, die Eltern und andere 
              Beziehungserfahrungen geprägt werden. 
              Welche Gene jedoch zum Ausdruck kommen, ob sie aktiviert oder gehemmt, 
              verlangsamt oder ganz ausgeschaltet werden, entscheiden die Umwelteinflüsse. 
              Diese wirken sich umso stärker aus, je jünger ein Mensch ist. 
              Von zentraler Bedeutung ist deshalb das Erleben eines Babys während der 
              Schwangerschaft, z.B. kann vorgeburtlicher "Stress“ Einfluss auf das spätere 
              Verhalten und die neurologische Entwicklung nehmen. 
              Stress kann immer als gut oder schlecht bewertet werden. 
              In Maßen und verbunden mit dem Erlebnis der positiven Überwindbarkeit 
              machen uns belastende und anstrengende Erfahrungen stärker und 
              widerstandsfähiger. 
              Werden Belastungen hingegen übermächtig oder dauern unentwegt an, 
              wirkt der von ihnen ausgelöste Stress toxisch. Dann steigt das Risiko für 
              sogenannte Stresskrankheiten. Während der Gehirnentwicklung im Mutterleib 
              reagiert unser Gehirn besonders sensibel auf Signale aus seiner Umgebung. 

        Transgenerationale Übertragung    

        - Von der Großmutter zum Enkel -

              Traumatische Erfahrungen wie Krieg, sexueller Missbrauch oder schwere 
              körperliche Misshandlungen hinterlassen bei den Opfern oft seelische 
              Wunden, unter denen sie ein Leben lang zu leiden haben, wobei man 
              heute davon ausgeht, dass diese Traumata unbewusst auch an die 
              nächste Generation weitergegeben werden können. 
              Die Folge dieser traumatischen Erfahrungen sind oft Ängste und 
              Abwehrmechanismen, die – meist unbewusst und unverarbeitet - 
              an die nachfolgenden Generationen übertragen werden.
              Jeder Mensch benötigt bekanntlich zu seinem Wachstum und seiner Reifung 
              eine passende Umwelt, wobei er nach der Geburt diesem Umfeld 
              zunächst eher ausgeliefert ist und von ihm geprägt wird. 
              Erst später hat er mehr oder weniger die Möglichkeit, durch neue Erfahrungen 
              zu lernen und einen Erfahrungsschatz zu erwerben, was durch die 
              Anpassungsfähigkeit unseres Gehirns bis ins hohe Alter erhalten bleibt. 
              Sehr frühe Erfahrungen sind der späteren Erinnerung oft entzogen, 
              wobei sich sehr intensive und häufig wiederholende Erfahrungen 
              besonders stark einprägen. Deshalb haben die Erfahrungen vor, während 
              und nach unserer Geburt immer auch einen systemischen Aspekt, wie wir ihn 
              aus der Familienaufstellung kennen. 
              Auch in einer Körperreise zu Schwangerschaft, Geburt oder Kindheit verkörpern 
              andere Teilnehmer eine bestimmte Person oder gehen oft in Resonanz mit 
              Anteilen des „Reisenden“, das ihm/ ihr hilft, weiter vorzudringen und 
              gebundene Traumaenergie aufzulösen. 

        Traumabewältigung – Ressource

               Trauma definiert sich folgendermaßen : 
               Ein Ereignis ist zu viel (überwältigend), zu schnell und wir sind meist 
               handlungsunfähig. Die Konsequenz ist innere Starre. 
               In den Körperzellen speichert sich dieser gehaltene Stress. 
               Als Kind im Mutterleib ist es uns nicht möglich, adäquat auf Stress zu reagieren. 
               Wir haben einzig die Möglichkeit, wie im Schockzustand einzufrieren. 
               Prägungen aus dieser ersten Zeit haben großen Einfluss darauf, wer wir sind, 
               welche Entscheidungen wir treffen und wie wir unser Leben gestalten. 
               Das betrifft unsere Stress- und Angstmuster, unsere Beziehungen, 
               unser Fühlen, Denken und Handeln. Es ist hilfreich zu wissen, dass in 
               unserem frühen Lebensbeginn alle traumatischen Erfahrungen im 
               Körper-Zell-Gedächtnis gespeichert und somit auch dort wieder abrufbar 
               sind. Durch das Entlang-“Reisen“ an Körperwahrnehmungen kommen wir 
               in Kontakt mit diesen Erfahrungen, der Körper erinnert sich sozusagen. 
               In der Tierwelt hingegen verhält sich ein gejagtes Tier, wenn Kampf oder 
               Flucht nicht mehr möglich sind, indem es sich in einen Totstellreflex begibt, 
               in eine Starre verfällt - die Stress-Energie bleibt kurzfristig gehalten. 
               Im Unterschied zu uns können sich Tiere nach einer Stress-Situation schütteln 
               und die gehaltene Energie ist befreit. Alles ist wieder in Bewegung, in Fluss - 
               das Erlebte ist somit vorbei, der Stress aufgelöst. 
 
               Beispiele für Traumen rund um die Geburt 
               Stress in der Schwangerschaft (Verlust eines nahen Menschen, 
               mütterlicher Stress in Beziehung oder im Beruf, eigener Verlust des Zwillings), 
               Komplikationen bei der Geburt (Kaiserschnitt, Zangen- oder Saugglockengeburt, 
               PDA) Trennung von der Mutter nach der Geburt, Adoption, Trennung der Eltern usw.  

        Zwillingsverlust 

              Man weiß von vielen Zwillingsschwangerschaften, dass sie unentdeckt bleiben; 
              man bekommt so gar nichts mit von ihrer Existenz. Sie gehen, bevor sie 
              wahrgenommen werden. Manchmal ist eine Zwillingsanlage in der Placenta 
              erkennbar, ich habe das häufig selber gesehen in meiner langjährigen 
              Hebammentätigkeit. Nichtsdestotrotz erinnern sich viele Einlinge daran, 
              dass da noch ein Begleiter war, der aber wieder gegangen ist.  
              Gleichzeitig erleben sie die emotionale Konsequenz: Das betrifft ihre Art, 
              Beziehungen zu leben, ihre Bindungsfähigkeit, ihren Umgang mit Verlust und Abschied, 
              dem Umgang mit einem Gefühl, unvollständig zu sein. 
              In einer Körperreise kann durch entschleunigtes und entzerrtes Nachstellen 
              der traumatischen Situation all das, was nicht satt geworden ist, 
              endlich aufgefüllt werden. 
              Unsere Erfahrungen und unsere Lebensgeschichte werden neu geschrieben.        

        Ressource 

              Die gute Kraft in der Traumabewältigung ist die Ressource. Wir haben 
              in unserem Leben traumatische Erfahrungen überstanden und unsere 
              ganz eigene Überlebenskraft entwickelt und etabliert. 
 

        Beschreibung Körperreise 

              Wir wissen heute, dass unser Leben bereits während der Schwangerschaft, 
              Geburt und frühen Kindheit geprägt wird. Also in einer Zeit, 
              an die wir uns normalerweise nicht bewusst erinnern. 
              Diese Erfahrungen beeinflussen als Grundmelodie unser gesamtes Leben, 
              unsere Beziehungen, ohne, dass wir uns dessen bewusst sind. 

        Seminar 

              In diesem Seminar haben die TN die Möglichkeit, sich auf Körperebene 
              den Erfahrungen von damals anzunähern und der darin gebundenen Energie 
              zu begegnen. Gemeinsam erschaffen wir ein Feld, in dem die TN in einem 
              individuellen Prozess an ihrem ganz persönlichen Thema arbeiten können. 
              Zur Traumabewältigung berühren wir behutsam alte, schmerzhafte Erfahrungen 
              und pendeln immer mehr hin zum gesunden Anteil in uns. 
              Diese ursprüngliche Kraft stand uns immer schon zur Verfügung und 
              geht auch nicht verloren. 
              Die eigene Ressource wird dabei immer im Auge behalten als besonders 
              unterstützende Kraft.  Wenn das Erlebte mitgeteilt - sogar gesehen und gehört wird, 
              dann kann Heilung geschehen. Unserer Erfahrung nach liegt im tiefsten Schmerz 
              unser größtes Potential verborgen.  Gerade die körperorientierte Arbeit 
              ist eine Brücke zu genau diesem Potential und macht es möglich, unsere 
              eigene Geschichte neu zu verstehen und bessere Orientierung für 
              unser Leben zu gewinnen.                
                                                                          Oktober 2020    Christine Herden/ Christiane Gerspach